Drei Wünsche für drei Jahre – neuer Beitrag im STANDARD

Man darf es ruhig als gutes Zeichen werten: In drei Jahren misst PISA zum ersten Mal, wie mündig Jugendliche mit KI umgehen. Die sogenannte MAIL-Kompetenz (Media and Artificial Intelligence Literacy). Das Rahmenwerk dafür haben OECD und EU-Kommission im Frühjahr beschlossen, 2029 wird es ernst. Drei Jahre sind kurz und in vielem tun wir gerade das Gegenteil von dem, was in dem Papier steht. Eine Fee ist nicht in Sicht, aber man wird sich ja doch noch was wünschen dürfen.

Mein erster Wunsch: dass wir aus Schüler:innen mündige Nutzer:innen machen statt professionelle Konsument:innen von Big-Tech-Produkten. Genutzt wird sie längst. 88 Prozent der 13- bis 15-Jährigen greifen mehrmals pro Woche zu KI. Wäre Nutzung schon Kompetenz, hätten wir die mündigste Generation aller Zeiten. Haben wir aber nicht.

Mein zweiter Wunsch: dass wir das Selberdenken schützen, statt es wegzurationalisieren. Eine neue Studie aus China hat rund 27.000 Schüler:innen begleitet. Mit KI stieg die Qualität der Hausübungen, die Bearbeitungszeit sank. Und dann kamen die Prüfungen: minus 20 Prozent. Die Antwort darauf ist wohl nicht das Verbot, sondern die Aufgabenstellung selbst. Das macht mehr Arbeit für Lehrpersonen.

Mein dritter Wunsch: dass das Geld bei den Lehrer:innen ankommt, nicht nur bei den Lizenzen. Das OECD-Papier hält fest, dass KI-Kompetenz alle Lehrpersonen betrifft, nicht ein einzelnes Fach. Genau dort wird es dünn: Laut TALIS nutzen in Österreich 39 Prozent der Lehrpersonen KI im Beruf und ob eine Schule das Thema professionell angeht, hängt noch immer an den Pionier:innen am Standort.

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Drei Wünsche für drei Jahre (derStandard.at)

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