Was sich so ansammelt: Frühjahrsbilanz 2026

Das Frühjahr war dicht. Zwischen Schularbeiten, mündlicher Matura und dem ganz normalen Schulalltag haben sich ein paar Termine und Projekte angesammelt, über die ich hier kurz Rückschau halten möchte. Nicht alles davon war geplant, manches hat sich einfach ergeben. Genau diese Mischung macht es für mich gerade so spannend.

Keynote in Wattens: KI und Berufsorientierung

Im Frühjahr hat mich die Bildungsdirektion Tirol nach Wattens eingeladen, um eine Keynote zum Thema KI und Berufsorientierung zu halten. Die Frage, wie KI Berufsbilder verändert und was das für die Berufswahl junger Menschen bedeutet, war dort keine theoretische. Sie betrifft Lehrpersonen aus der Sekundarstufe 1 direkt.

Die Gespräche danach haben mir wieder gezeigt, wie groß das Interesse außerhalb der Schulblase ist. Berufsorientierung ist eines der Felder, in denen KI nicht nur ein Unterrichtsthema ist, sondern den Gegenstand selbst verändert. Worauf bereiten wir eigentlich vor, wenn sich Berufe schneller wandeln als Lehrpläne? Eine endgültige Antwort habe ich nicht. Aber die Diskussion in Wattens war eine der besten, die ich zu diesem Thema bisher führen durfte.

Elternabend am GRG 19

Ein anderer Termin, ein ganz anderes Publikum: Am GRG 19 durfte ich einen Elternabend zum Thema KI im Klassenzimmer gestalten. Elternabende sind für mich immer wieder ein Realitätscheck. Die Fragen sind sehr konkret, manchmal besorgt, oft richtig gut informiert.

Besonders gefreut hat mich der Elternverein dort. Selten habe ich eine Gruppe erlebt, die das Thema so engagiert von der Elternseite her angehen will. Nicht als Kontrollinstanz, sondern als Unterstützung für Lehrpersonen und Schüler:innen, damit KI an der Schule professionell und nicht nebenbei behandelt wird. Wenn Eltern, Lehrkräfte und Schüler:innen an einem Strang ziehen, ist schon viel gewonnen. Dieses Modell wünsche ich mir an vielen Standorten.

Zu Gast bei FM4

Ein Termin, der mich besonders gefreut hat: Ich war bei FM4 eingeladen und durfte dort eine Stunde lang mit Schüler:innen über den derzeitigen Stand von KI und Schule sprechen. Live im Studio zu sitzen war wirklich aufregend und für mich als alten FM4-Hörer wirklich außerordentlich besonders.

Neues vom Standard-Blog

Auf meinem Blog beim Standard ist in den letzten Monaten einiges passiert. Ich habe neuerdings auch Interviews im Blog, unter anderem mit Joscha Falck und Barbara Geyer, und es sind weitere Texte entstanden, die sich mit den großen offenen Fragen rund um KI und Schule beschäftigen.

Am meisten gefreut hat mich aber etwas anderes: Antonia Hofstadler, eine Schülerin an meiner Schule, hat unseren internen Schreibbewerb zum Thema KI und Bildung gewonnen. Ihr Text wurde anschließend auf derstandard.at veröffentlicht. Dass eine Schülerinnenstimme dort steht, wo sonst über Schüler:innen geschrieben wird, ist für mich der schönste Erfolg dieses Frühjahrs. Genau darum geht es ja: nicht über junge Menschen reden, sondern sie selbst zu Wort kommen lassen.

fjum AI Day: drei Jahre KI und Schule im Rückblick

Heute war ich beim AI Day der fjum Journalismus Academy und durfte dort selbst eine Keynote halten. Mein Thema: ein Rückblick auf die letzten drei Jahre KI und Schule. Wie haben Lehrpersonen diese Zeit erlebt, wie Schüler:innen, und was hat die Bildungspolitik daraus gemacht (oder eben nicht)? Drei Jahre klingen kurz. Wenn man aber zurückdenkt, wo wir im Winter 2022/23 standen, als ChatGPT plötzlich in den Klassenzimmern auftauchte, wird klar, wie viel sich seither verschoben hat.

Ein persönliches Highlight: Ich durfte endlich Patrick Swanson kennenlernen. Seine Arbeit verfolge ich schon lange und schätze sie sehr. Der Blick aus dem Journalismus auf KI hat viele Berührungspunkte mit dem aus der Schule, und der Austausch über diese Grenzen hinweg hat mir einmal mehr gezeigt, wie viel wir voneinander lernen können.

Don’t Panic, It’s just a Matura

Zum Schluss noch ein Projekt, das mir besonders am Herzen liegt. Meine Homepage hat ein neues Gesicht bekommen, und mit ihr ist eine neue Unterseite entstanden: Don’t Panic, It’s just the Matura, abrufbar unter matura.bernhardgmeiner.com.

Die Seite widmet sich ausschließlich der schriftlichen Matura in Englisch und soll eine Grundlage für alle Schüler:innen in Österreich sein, die sich darauf vorbereiten. Den Prototyp haben meine heurigen Maturant:innen bereits gesehen und genutzt. Ihr Feedback ist direkt eingeflossen, und die Seite soll in den nächsten Jahren weiterwachsen, damit künftige Jahrgänge mit weniger Panik und besserer Vorbereitung in die Klausur gehen.

Und hier kommt ihr ins Spiel: Wenn du in Österreich Englisch unterrichtest, schau dir die Seite bitte an. Was fehlt? Was würdest du anders machen? Welche Aufgabenformate brauchen mehr Material? Ich freue mich über jede Rückmeldung, kritisch oder lobend, per Mail oder über die Kommentare. Die Matura betrifft uns alle, und gemeinsam wird so eine Ressource einfach besser.

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